My Head Is Full Of Vin Rouge

copyright Thomas v. Klettenberg

English summing 

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Thomas von Klettenberg

...is actually better known as Thomas Hackenberg – the television presenter, comedian and actor.

Thomas von Klettenberg ( TvK) is his artistic alter ego which he uses when painting on a “ digital screen” using the  i phone and i Pad drawing apps which are not only being used by him but also by many other artists in the digital art scene.

vK  paints over, gives new structure and highlights the existing images he uses. He is able to choose the right kind of colour at a stroke and can react to subtle changes in light and reality directly, cloudily washing over as well as painstakingly pixeling.

vK spends a number of weeks each year on Cebu in the Philippines. The dynamics and vitality there fascinates him, and is reflected in the numerous elements to found in his pictures. One could call them “head explosions” which form the input and inspiration for much of his work.

“ The heads I make begin their life on the i phone. This can happen anywhere, on the train, in a doctor´s waiting room, or whereever. Even as a young boy I found that splashes and dots looked like faces to me. A little like figures who had stepped out of a cartoon. But then they began to look at me, and to become characters in their own right. I am always surprised by them. Larger formats evolve on the i pad. I also shoot photos with the i pad, which I rework, draw onto with a digital pen to alter the original image in order to create totally new   “scenarios”. It is then difficult to see where I leave photography behind and enter the world of  painting .”

TvK´s work is difficult to categorize. If you ask him if his art could be labelled as “ Pop Art”, he answers:” I´ve really no idea!”

The great attraction of vK  ´s work are the fleeting moments and their interpretations in colour he captures, which the French photographer Cartier- Bresson described as the “ moment decisive”. Vk also captures these moments in his work and preserves them for us to see on alubond with acrylglass.

Let Thomas von Klettenberg take you with him on a journey into a world of colourful fireworks.

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Thomas von Klettenberg

heißt eigentlich Thomas Hackenberg. Das ist auch derName, mit dem er als TV-Moderator, Comedian und Bühnenkünstler bekannt geworden ist und seit über zwei Jahrzehnten unzählige Formate mitgeprägt hat. Im Fernsehen ist er vor allem durch Shows wie „Wie bitte?!“, „Mensch Markus“ und die Rateshow „Quiz Taxi“ bekannt, die er über 750 Folgen lang moderiert hat. Seit fast 30 Jahren ist seine unverwechselbare Stimme ein nicht wegzudenkender Bestandteil des WDRHörfunkprogramms.

 

Unter seinem Pseudonym Thomas von Klettenberg malt er auf iPhone und iPad und bringt diese Arbeiten in mittel- und großformatiger Ausfertigung auf Aludibond, abgeschlossen durch Acrylglas heraus. In seinen Arbeiten verschmelzen in Form und Farbwahl Elemente des Comic-Strip mit Tendenzen der Pop-Art und eigenen Photographien. 

 

Ein Gespräch über das Digitale in Kunst und Natur. Und sein Pseudonym.

 

Wie sollen wir Sie nennen, Herr von Klettenberg oder Herr Hackenberg?

 

Wenn wir über meine Bilder sprechen gerne “von Klettenberg”. Oder einfach: Thomas. Den gibt es ganz und gar ungespalten.

 

Warum das Pseudonym?

 

Wenn man so lange Teil der Medien ist, macht es Spaß, sich die eigene Schublade auch mal selbst aussuchen zu dürfen. Als Medienmensch ist man immer auch ein bisschen das Format, in dem man gerade zu sehen oder zu hören ist. Als Künstler bin ich aber stumm und unsichtbar. Da gibt es nur die Bilder, ich versuche sie vor anderen Projektionsflächen zu schützen. Und natürlich mich selbst. Als „von Klettenberg“ erwartet keiner von mir eine Frage aus dem „Quiztaxi“, oder dass ich jetzt mal eben so spontan witzig bin. Aber ich will jetzt auch nicht auf erster verkrampfter Künstler machen. Originell soll es schon sein!

 

Wie kommt es speziell zu diesem Namen?

Heimatliebe! Ich bin der Thomas aus Köln-Klettenberg; und mit „von“ klingt es noch besser.

 

Sie haben ein ungewöhnliches Werkzeug für Ihre Kunst gewählt, nämlich das iPhone und das iPad. Wie kam es dazu?

 

Ich finde das eigentlich ziemlich naheliegend. Die Mobilgeräte halten wir heute so selbstverständlich in der Hand wie früher Papier und Stifte. Wir haben sie dauernd dabei und so entstehen meine Bilder da, wo ich gerade bin und so, wie ich gerade bin, weil ich ja in der Lage bin gleich mehrere Funktionen zu nutzen: Ich fotografiere eine Stimmung, eine Situation und fülle sie dann mit Formen, Farben und Strukturen. So gelingt eine neue Perspektive, ein neuer Fokus. Ich verändere also die Situation, während ich noch mitten drin stecke. Das Ungewöhnliche daran ist vielleicht eher die Überwindung, die darin besteht, die Technik nicht als Stilmittel oder Selbstzweck zu sehen, sondern einfach nur die Möglichkeiten zu nutzen, die Freiheit, die sie mir gibt. Meine Bilder sind keine „Cyber“-Motive. Sie sind Natur und Raum, so wie ich sie sehe.

 

Trotzdem beeinflusst die Technik ja auch den Look der Bilder.

 

Ja, das ist die zweite Dimension, die sich durch diese Arbeitsweise ergibt: Es ist Malen auf Licht. Auch das hat es früher schon gegeben, aber noch nie konnte man während der Arbeit an einem Bild auch die Wirkung seiner Farben so präzise vorherbestimmen. Sie entstehen auf Bildschirmen, die von sich aus leuchten und sind absolut zweidimensional, da sie nicht auf einer Struktur oder einer Maltechnik basieren, die die Oberfläche des Bildes prägt.

 

Theoretisch könnten Sie jedes Motiv beliebig oft herstellen?

 

Genau. Es würde immer genau so aussehen, anders etwa als bei einem Foto oder einem Kunstdruck, der ja immer auf einer individuell belichteten Kopie dieses Originals basiert. Darin liegt aber auch der große Reiz: Die Frage, was ein Original und was eine Kopie ist, ist heute mehr denn je eine Definitionssache. Sie ist ein gestalterischer Akt in sich: Ich bin der Künstler, ich sage: Das ist das Original, auch wenn es theoretisch unzählige identische Exemplare davon geben könnte. „Echtheit“ ist also auch eine Frage des Vertrauens. In einer Zeit, in der theoretisch alles kopierbar ist, erhält der Künstler als Urheber eine ganz neue Rolle. Es entsteht ein neuer "Pakt“ zwischen dem Künstler und dem Besitzer des Bildes, er ist das wirklich „einmalige“: Dieser Pakt beruht auf einem Einverständnis, einer Entscheidung. So etwas kann keine Technik der Welt ersetzen.

 

Und wie schaffen sie es, die Wirkung von Farbe und Licht vom Bildschirm auf die „richtigen“ Bilder zu übertragen?

 

Auf der Suche nach einem geeigneten Medium war genau das die Herausforderung: Das Licht, auf dem sie gemalt sind zu konservieren. Der Zufall hat mir da geholfen: Ich las ein Interview mit David Hockney im Vorfeld seiner großen und großartigen “A bigger Picture”- Ausstellung die 2012 in Köln gezeigt wurde. Hockney arbeitet mit der gleichen App und war ebenso begeistert von den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Und er bot mir die Lösung auf dem Präsentierteller: Aluminiumplatten als Trägermedium. Ich setze darauf allerdings noch zusätzlich eine Acrylglasscheibe. 

Spiegelt das nicht?

 

Doch, und das soll es auch, das tut ein Bildschirm, ein Display doch auch. Genau dadurch strahlen die Farben genauso wie auf dem Retina-Display, auf dem sie „entstanden“ sind.

 

Sie malen einerseits “Köpfe” und andererseits malen Sie in Photographien von Gebäuden oder Landschaften hinein. Wie kommt es zu diesen zwei Richtungen?

 

Die Köpfe entstehen auf dem iPhone. Beim Arzt im Wartezimmer, in der Bahn, unterwegs, überall. Seit früher Jugend schon wurden aus gekrickelten Linien und Klecksen plötzlich Gesichter, wie Charaktere aus einem Comicstrip, die mich dann plötzlich anschauen und zu ganz eigenständigen Personen werden. Immer wieder eine Überraschung, auch für mich selber. Auf dem iPadentsteht die großformatige PhotoMalerei. Die Photos schieße ich ebenfalls mit dem iPad, bearbeite sie, male dann mit dem digitalen Stift hinein und verfremde das Ausgangsmaterial so weit, dass neue “Szenenbilder” entstehen, bei denen nicht mehr ersichtlich ist, wo die Photographie aufhört und die Malerei beginnt. So entstehen Szenen die für manche Betrachter einbisschen wie ein Ausflug in eine andere Welt anmuten.

 

Ist das Popart?

 

Keine Ahnung. Auf jeden Fall bin ich kein Kulturpessimist. Ich warne nicht, erst recht nicht vor einer „Überfremdung“ in einer digitalen hochtechnisierten Zeit.Im Gegenteil: Ich bin Teil dieser Zeit und genieße sie. Es geht immer um die eigene Perspektive und das Bewusstsein, dass das was wir „Welt“ nennen nur dadurch entsteht. Vielleicht bin ich einfach ein Landschaftsmaler. Aus und von Klettenberg.

 

 

MonaiseBanner.jpg

Dr. Andreas Ammer, Vorsitzender der Freunde und Förderer des Trierer Stadtmuseums e.v., anlässlich der Vernissage von Thomas v. Klettenberg im Schloss Monaise am 8.September 2013

Mon Aise Mon Amour

Trust me I’m crazy

Meine verehrten Damen und Herren,

ein Lustschloss im Regen, ein Kölner in Trier, beides Rheinprovinz, Klettenberg meets Walderdorff.

Es gäbe kein besseres Wetter und keinen besseren Ort, um sich der Leichtigkeit, dem Spiel der Farben hinzugeben.

Die Kunst Klettenbergs ist beeinflusst von Eindrücken, die in seine frühe Jugend reichen: Comic und Popart. Er schildert es so, dass in seinem Kopf derart starke Eindrücke Raum forderten und förmlich zu explodieren drohten, dass diese ihren Ausdruck in materialisierter Form finden mussten.

 Schon als Kind war er, vom Vater ins Wallraff-Richartz-Museum entführt, begeistert von der Sammlung Ludwig, die nicht zuletzt von großartigen Pop-Art-Kunstwerken geprägt wird. Von ihm berichtet wird, dass er als notwehrähnliche Handlung hernach in ein Farbengeschäft stürmte, bevor der Kopf voller Farben und Eindrücke geplatzt wäre, um dann diese Eindrücke entsprechend an und mit Ölfarben auszuleben.

Besonderer Fokus wird dabei auf die Farbe und starken expressiven Farbausdruck gelegt. Von Klettenberg arbeitet hauptsächlich mit seinem iPhone und entsprechenden Zeichen-Apps, die nicht nur von ihm, sondern auch von vielen anderen Künstlern in dieser Szene gebraucht wurden und werden. Er überzeichnet, gibt neue Strukturen, greift im Bild vorhandene auf.

Viele der Bilder entstehen aus Übermalungen von Fotos, die mit dem iPad oder dem iPhone gefertigt werden und die sozusagen mit dem Retinalicht versehen und dieses ausnutzend mit einem weitere Farbauftrag veredelt, unterstrichen und betont werden.

Von Klettenberg, der sich mehrere Monate im Jahr auf den Philippinen, dort auf Cebu aufhält, ist fasziniert von der Dynamik und der Vitalität der dortigen Gesellschaften, was zum Ausdruck kommt in vielen Szenen, die seine Bilder prägen. Dieser Input und seine Kopfexplosionen sind Inspiration vieler der hier ausgestellten Bilder. Auch die gewählte Distanz zur monochromen Heimat ist erkennbar. Man kann es sich förmlich bildhaft vor Augen führen -, wenn der Künstler aus Südostasien kommend die Lebenseinstellung dort inhalierend zurückkehrt und sich mit dem Aufbegehren der deutschen Wutbürger konfrontiert sieht, die eine fünfminütige Verspätung eines öffentlichen Verkehrsmittels oder eine ausfallende ICE-Klimaanlage schäumend beklagen.

Die frühkindliche Vorwegnahme der Android-Technik geschah bei von Klettenberg durch eine Tabula Magica, ein Zauberbrett. Dieses Zauberbrett ermöglicht spontane Zeichnungen und Formgebungen, die mit einem Wisch verschwanden und eine neue Leinwand hervorbrachten.

Was ist von Klettenberg? Oder wer ist er? Müssen wir zwangsläufig betonen, dass er nicht nur Journalist, sondern auch Bühnendarsteller, Autor, Hörfunkmoderator ist? Irritiert uns, dass wir ihn nicht festlegen können, wo wir doch dazu neigen, in Schubladen zu sortieren und entsprechend zu denken. Irritiert uns, dass er uns irritiert, uns mit neuen Sichtweisen konfrontiert und uns ein lieb gewordenes Spielzeug entfremdet und gleichzeitig näherbringt? Sorgt er für die endgültige Demokratisierung von Kunst? Kann ich denn mit meinem iPhone auch malen? Die eindeutige und lang reflektierte Antwort: Ja, auch Du kannst es. Die gleiche Antwort erfährt selbstverständlich auch der stolze Besitzer eines fotografischen Apparates oder  eines Bleistiftes. Ja, auch Du kannst es. Aber, wie Juristen zu sagen pflegen, ist es dann auch Kunst? Nein oder es kommt drauf an.

Ist es bedeutsam, einen Künstler danach zu charakterisieren und dessen Oeuvre danach zu klassifizieren, ob er eine akademische Ausbildung diesbezüglich genoss? Auch hier weiß sich die Kunstgeschichte zu helfen. Die als Art Brut beschriebene Kunstrichtung vereint sowohl das Werk von Geisteskranken wie auch dasjenige von nicht in der Akademie Ausgebildeten. Nein, für von Klettenberg ist das neue Medium ein magisches Medium, nicht nur als Verbindung zu sämtlichen Nachrichtenportalen der Welt, die er beruflich als Journalist ausweidet, sondern als stets präsentes Ausdrucksmittel, Hilfsmittel und Übersetzungshilfe seiner Kopfbomben. Er verweigert sich aktiv und passiv einer strengen Klassifizierung und Einordnung und hat kunsthistorisch weitblickend und stringent argumentierend auf die Frage, ob seine von ihm produzierte Kunst Pop Art sei, tiefsinnig abschließend und im Sinne der Heideggerschen Ontologie geantwortet: „Ich weiß es nicht.“

Trust me, I’m crazy, der Untertitel der Ausstellung.

Dürfen wir ihm trauen? Ja. Man fühlt sich an die Adaption des Narrenschiffs im Theater Trier erinnert und an das Bühnenbild von Bodo Korsig. „Es leben die Verrückten“, ja und nur diese. Oder an den wunderbaren Andrej Tarkowski, der in seinem Film Nostalghia den Mathematiker Domenico, den Dorf-Verrückten mit beschriebenen weißen Hemden die Worte: „Non siamo matti, siamo seri.“, sagen läßt. Wir sind nicht verrückt, wir sind ernst.

Was ist nun das Überlegenswerte einer Kunst mit einem iPhone.

Es geht um den Umstand, daß wir in einer Zeit leben, in der wir mehr den je kommunizieren können, ohne Beschränkungen und ohne jede räumliche Grenze, in der wir aber immer weniger miteinander reden. In dieser qualitativen Schweigsamkeit der blogs, der sozialen Netzwerke gewinnt Innehalten und Transzendenz eine besondere, überlebenswichtige Funktion. Und alles, was uns dieses Innehalten, diese Transzendenz gewährt: Theater, Musik, Kunst ist in Verteidigungshaltung und verliert an Boden.

Es geht nicht um Merkel oder Steinbrück, alles nur Fußnoten unserer Zeit, Moden. Künstliche Erregungszustände mit beständigem Einlullen einer Talkshow- und Schlagzeilenindustrie.

Wir müssen den mächtigen Konzernen, wie apple, microsoft, facebook unsere Fragen stellen, wie wollen wir in Zukunft kommunizieren, was ist uns wichtig. Wir beklagen in Form geistiger Kurzschlüsse die Fremdüberwachung unserer Daten und werden mit immer neuen Enthüllungen gefüttert, die aber alle schon bekannt waren und sind. Wir wissen alles und das schon seit Jahrzehnten, aber -wie Hagen Rether treffend resümmiert- et nützt nix.

Von Klettenberg nutzt den Androiden und konfrontiert ihn mit seiner Sichtweise, überlagert den fotostream und traut der Abbildung des Retinas nicht.

David Hockney, einer der Pioniere der iPhone-Kunst hat auf die Frage, wie er die technischen Erneuerungen der letzten 100 Jahre umreißen würde geantwortet:

Hockney: Für 500 Jahre war die Kirche der bestimmende Lieferant von Bildern. Und sie hatte die soziale Kontrolle. Im 19. Jahrhundert ging der Kirche diese Kontrolle verloren. Im 20. Jahrhundert ging die soziale Kontrolle von Fotos und Filmen aus. Nun stehen wir am Anfang einer neuen Epoche: Jeder kann Bilder herstellen, verteilen und vermarkten. Ich verfolge diese Entwicklung mit großer Freude und Aufmerksamkeit.
ZEITmagazin: Wie lautet Ihre Antwort auf den immer wieder gern gebrachten Ausspruch »Die Malerei ist tot«?
Hockney: Ich möchte Ihnen eine Gegenfrage stellen: Wer sind die größten Filmstars der dreißiger und vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts? Mickey Mouse und Donald Duck . Und sie sind Produkte der Malerei. Kein Kind kennt heute noch James Cagney, Douglas Fairbanks jr. und Humphrey Bogart. Aber sie alle kennen Donald Duck. Die Abgesänge auf die Malerei sind absolut gegenstandslos.

Hockney hat in den Achtzigern mit Faxgeräten experimentiert und nun sehen wir einem 76 jährigen Mann zu, wie er live in eine seiner Ausstellungseröffnungen hinein mit seinem iPad malt. Man kann den Entstehungsprozeß eines Gemäldes als Film abspielen.

Was uns aber doch allen wichtig ist: Wie kann man das Werk von Klettenbergs einordnen, klassifizieren.

Zunächst ist mir dazu ein Wort von Andy Warhol eingefallen, der auf die Frage: Mr. Warhol, how you'll define art. Er sagte darauf: 'first of all: art is the short form for Arthur'.

Lassen Sie uns über Farben reden. Wie ist das Verhältnis von Klettenberg zu Farben?

Wir alle sehen Farben unterschiedlich. Farben werden wesentlich subjektiver wahrgenommen als Formen. Matisse hat die allgemeingültige Antwort:

 Zwei Kilo Blau sind blauer als ein Kilo Blau. Sehr tiefsinnig.

Pixeln statt Pinseln, wenn wir aufrichtig sind, wollen wir uns den Maler doch nach wie vor an Waldrändern mit Kappe und Hosenträger an einer Staffelei vorstellen, er trägt mehrere Mäntel übereinander und ist unglücklich, depressiv und trinkt, er ist selbstverständlich mittellos.

Von Klettenberg malt mit seinem stets präsenten Mobiltelefon, er kann blitzschnell die richtige Farbe wählen, auf Veränderungen in Licht und Natur reagieren, wolkig verwischen oder penibel pixeln. iPad-Malerei wird häufig mit Aquarellmalerei verglichen, nur ist sie schneller geeignet Licht einzufangen. Turner hätte es geliebt, derart mit übereinandergelegten, transparenten Schichten, subtil zu arbeiten.

Das iPhone ist als Produkt eher uninteressant, es ist aber ein Türöffner für Daten, wir entwickeln uns von einer Kultur der Produkte, hin zu einer Kultur der Distribution, der Verteilung von Daten. Dabei werden die Produkte der Distribution immer immaterieller, immer kleiner, zu einem Datenmedium. Die Entwicklung weist auf liquid media, flüssige Medien, die unterschiedliche Aggregatzustände annehmen können. Ein Bildschirm, klein, wie ein Fingernagel, der bei Bedarf vergrößert werden kann und einen gasförmigen Zustand annimmt. Wir erkennen derzeit durch Nanotechnologie neue Eigenschaften von Materialien. Über diese Entwicklungen müßen wir uns keine Gedanken machen, sie geschieht, auch ohne uns, jetzt.

Wir sind das Problem, weil wir uns nicht mit der gleichen Geschwindigkeit weiterentwickeln, weil unsere Köpfe und unsere Herzen zu langsam sind, soziale Intelligenz ist von Nöten. 

Die Internet Seite heißt: "ElitePartner.de" heißen müßte sie:"Scheiße-ich-bin-einsam.de"

Was an von Klettenberg fasziniert, ist seine Aufarbeitung der Flüchtigkeit des Augenblicks, die farbliche Umschreibung dieses Moments und des  Augenblicks, den der französische Fotograf Cartier-Bresson als moment decisive, als entscheidenden Augenblick, beschrieb. Cartier-Bresson: „Über Fotografie gibt es nichts zu sagen, man muß hinsehen.“

 Von Klettenberg sieht diesen Moment, arbeitet ihn auf und stellt ihn uns auf Aludibond mit Acrylglas zur Verfügung. Lassen Sie sich ein auf eine spannende Reise in die Farbbombenwelt des Thomas von Klettenberg.